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Historische Entwicklung der Pouches

In der historischen Reihenfolge wurde zuerst zwischen 1967 und 1970 der Kock-Pouch und dann zwischen 1978 und 1980 der ileoanale Pouch in die Chirurgie eingeführt. Da der Kock-Pouch quasi der Prototyp des ileoanalen Pouches ist, ergibt sich daraus eine gegenseitige Umwandlungsmöglichkeit, was als Konversionschirurgie bezeichnet wird.

Umwandlung eines Kock-Pouches in einen ileoanalen Pouch

Wenn bei Patientinnen und Patienten mit Kock-Pouch noch ein After mit funktionsfähigem Schließmuskel vorhanden ist, kann bei Wunsch nach analer Stuhlentleerungskontrolle (Kontinenz) der Pouch auch noch nach Jahren sekundär an den After angeschlossen werden. Das dann nicht mehr benötigte Nippelventil wird dabei entfernt (reseziert).

Für wen eignet sich die Umwandlung eines Kock-Pouches in einen ileoanalen Pouch?

Für die Umwandlung eines Kock-Pouches in einen ileoanalen Pouch gibt es nur sehr wenige Patientinnen und Patienten, die dafür möglicherweise infrage kommen könnten. Manchmal sind bei primär geplantem ileoanalen Pouch die darmversorgenden Blutgefäße nicht so lang, dass der Pouch ohne Spannung am Afterschließmuskel angeschlossen werden kann. Sind in einem solchen Fall gefäßverlängernde Techniken nicht möglich, kann vorübergehend ein Kock-Pouch angelegt werden. Wenn dieser sich im Laufe eines Jahres stark dehnt, werden die Blutgefäße zwangsläufig auch länger, sodass ein sekundärer Anschluss an den After leicht möglich wird.

Umwandlung eines ileoanalen Pouches in einen Kock-Pouch

Wenn bei Patientinnen und Patienten mit ileoanalem Pouch die anale Kontinenz definitiv versagen sollte, kann der ileoanale Pouch vom After abgelöst werden und aus der zuführenden Darmschlinge wird dann sekundär ein Nippelventil gebildet. Nach Wiederherstellung der Darmkontinuität und Stoma-Anlage resultiert daraus die willentliche Stuhlentleerungskontrolle eines Kock-Pouches.

Für wen eignet sich die Umwandlung eines ileoanalen Pouches in einen Kock-Pouch?

Viel häufiger kommt die Umwandlung eines ileoanalen Pouch in einen Kock-Pouch vor. Dies hängt damit zusammen, dass in den letzten Jahrzehnten zunehmend mehr Menschen mit einem ileoanalen Pouch operiert wurden. Es ist somit auch der Anteil an Patientinnen und Patienten gewachsen, die wegen primär nicht befriedigendem Ergebnis oder wegen im Laufe der Zeit entstandener Komplikationen nach einer besseren Lösung als einem „fehlgeschlagenen“ ileoanalen Pouch suchen.

Eine Umwandlung kann immer dann angezeigt sein, wenn

Warum Umwandlung des ileoanalen Pouches statt Stoma-Anlage?

Üblicherweise wird bei Patientinnen und Patienten mit nicht mehr erträglichen Problemen eines ileoanalen Pouches die Anlage eines Stomas empfohlen. Dazu stehen drei Methoden zur Verfügung.

Diese Methoden führen ausnahmslos zu evtl. nur schwer zu behandelnden Störungen im Wasser- und Salzhaushalt des Körpers durch hohen Flüssigkeitsverlust, dem sog. High Output-Syndrom. Darüber hinaus wird die Lebensqualität durch die Notwendigkeit, ständig einen Stomabeutel tragen zu müssen, deutlich eingeschränkt. Am schlechtesten schneidet dabei die Ausschaltung des Pouches durch eine Loop-Ileostomie ab, da dabei schleimige Absonderungen über den nicht mehr funktionierenden Afterschließmuskel fortbestehen.

Am Amalie Pouch Zentrum Hamburg haben wir uns deshalb besonders auf die Umwandlung des ileoanalen Pouches in den Kock-Pouch spezialisiert und dabei viele Erfahrungen gesammelt.

Allgemeines operatives Vorgehen bei der Umwandlungschirurgie

Am Amalie Pouch Zentrum Hamburg wird nach den Standards, die Prof. Dr. Ecker über viele Jahre entwickelt hat, operieren:

Spezielle operative Techniken der Umwandlungschirurgie

1. Wahl des geeigneten Konversionstyps nach Ecker

Es wird Typ 1 vor Typ 2 und Typ3 priorisiert, wodurch neuer (zusätzlicher) Darm nur in dem Maße verbraucht wird, wie es unvermeidlich ist.

2. Wahl des geeigneten Untertyps nach Ecker

Es wird Variante A vor Variante B prisorisiert. Auch dadurch wird grundsätzlich Darm „gespart“. Durch B-Varianten werden aber auch Umwandlungen möglich, wenn A-Varianten, zum Beispiel wegen Narben und Wandverdickungen nicht möglich sind, der Darm aber in der Passage erhalten werden kann. Dabei sind Transpositionen (Umsetzungen) von Darmabschnitten erforderlich.

Fachartikel zu den drei Konversionstypen nach Ecker

Perioperatives Management

Allgemeines perioperatives Management
Modifizierte „Fast track-Methode”

  • Allgemeinnarkose + Periduralkatheter (Rückenmarkskatheter) zur Optimierung der Narkose

  • Belassen des Periduralkatheters für drei bis fünf Tage zur Aufrechterhaltung  absoluter Schmerzfreiheit nach der OP

  • Frühe Mobilisation

  • Schneller Aufbau der normalen Ernährung