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Wir unterscheiden typische (eher häufig auftretende) von atypischen (eher selten auftretende) Komplikationen.

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Typische Komplikationen des Kock-Pouches

Nippelgleiten (Slippage)

Unter Nippelgleiten versteht man die „Rückentwicklung“ der kontinenzbildenden Darmeinstülpung. Diese kommt dadurch zustande, dass der Darm dazu tendiert, aus der chirurgisch erzwungenen wieder in seine normale „gestreckte“ Position zurück zu schlüpfen (vgl. Abb 1). Dss Nippelgleiten war früher die häufigste Komplikation, spielt aber seit Einführung der Stabilisierungstechnik mit Klammernahtapparaten nur noch eine geringe Rolle.

Abb. 1: Prozess des Ventilgleitens: a) normale Konfiguration des eingestülpten Nippelventils; b) Die Einstülpung des Darmes hat sich komplett zurückgebildet, was man Nippelgleiten oder Slippage nennt.

Wenn sich die Position des in sich noch stabilen Nippelventils verändert, sprechen wir von Lageveränderungen. Dabei handelt es sich um Prolaps- (= Vorfall-) Ereignisse verschiedener Ausprägungen. Wir unterscheiden einen axialen Prolaps von unterschiedlich stark abknickenden Vorfällen.

Lageveränderungen des Nippelventils im Sinne des beschriebenen Prolabierens werden ausgelöst oder begünstigt durch

Abb. 2: Prozess des Prolabierens:

A: Axiales Prolabieren des Nippelventils in den Ausführungsgang. Im Endstadium kompletter Prolaps nach außen möglich
C: Rechtwinkliges (komplettes) Abrutschen des Nippelventils in eine größere Bruchbildung um das Stoma (parastomale Hernie
B: Schräges Prolabierendes Nippelventils in den Ausführungsgang bei kleiner Bruchbildung um das Stoma (parastomale Hernie)

Leitsymptom bei Lageveränderungen des Nippelventils ist das sog. „Intubationsproblem“, d.h., die Einführung des Katheters zur Stuhlentleerung ist mehr oder weniger erschwert. Der Weg durch Ausführungsgang und Ventil muss vorsichtig mit der Katheterspitze gesucht bzw. ertastet werden. Inkontinenzen bestehen meist nicht, d.h. die Dichtigkeit des Pouches ist nicht beeinträchtigt (= Gegensatz zum Ventilgleiten!)

Fisteln

Unter Fisteln versteht man „falsche“ Wegverbindungen vom Hohlorgan Pouch nach außen an die Körperoberfläche. Diese können direkt vom Kock-Pouch zur Haut führen (Abb. 3a) oder ihren Verlauf durch das Nippelventil nehmen (Abb. 3b).

Abb. 3: Fisteln bei Kock-Pouch: a) Fistel aus dem Pouch zur Körperoberfläche; b) Fistel durch das Nippelventil

Fisteln aus dem Kock-Pouch zur Bauchdecke sind immer Ausdruck einer M. Crohn-Komplikation, weswegen die primäre medikamentöse Behandlung statt einer Operation immer in Betracht gezogen werden sollte. Auch hier sind in den letzten Jahren erstaunliche Abheilungen zu beobachten gewesen.

Stomakomplikationen

Als Stomakomplikationen werden Stenosen (Verengungen), Prolapse (Schleimhautvorfälle) und parastomale Hernien (Bauchwandbrüche um das Stoma) zusammengefasst.

Unabhängig von der Art der Stomakomplikation besteht eine Indikation zur operativen Korrektur nur dann, wenn Betroffenen damit nicht zurechtkommen.

Entsprechend der begrenzten Invasivität sind die Korrektureingriffe nicht belastend und zeitigen in der Regel dauerhaft gute Ergebnisse.

Atypische Komplikationen des Kock-Pouches

Kotsteine und Bezoarbildungen

Kock-Pouch-unspezifische Komplikationen

Hierunter sind Komplikationen zu verstehen, die nicht im Zusammenhang mit der Pouchkonstruktion als solcher stehen. Es sind im Wesentlichen Komplikationen der jeweiligen Grunderkrankung. Sie sind wie bei Menschen ohne Pouch zu behandeln.